Nachdem ich mindestens die letzten zehn Jahre immer wieder zwischen depressiven und hypomanischen Phasen hin und her gesprungen bin, ohne daran zu denken, dass ich krank sein könnte, habe ich im Sommer 2007 den Schritt zu einem Arzt gemacht. Beim ersten Termin der mir ein halbes Jahr später ein Stimmungstagebuch in die Hand gedrückt hat, in das ich mit kleinen Kreuzen den Verlauf und die aktuelle Position meiner Stimmungshöhe oder -tiefe aufzeichnen soll.
Hier gehe ich einen Schritt weiter und schreibe die Dinge auf, die mich auf irgendeine Art und Weise beeinflussen. Ich rechne nicht damit, dass ich mich hier auf negative Ereignisse beschränken werde – mein Leben verläuft im Großen und Ganzen gut und in geordneten Bahnen.
Öffentlich mache ich mein Tagebuch, weil ich zeigen möchte, dass man mit psychischen Krankheiten (die sich in meinem Fall auch als „normale“ Stimmungsschwankungen erweisen könnten) auch anders umgehen kann, als sich in sein Schicksal zu ergeben, sich zu beklagen oder sich selbst zu verletzen, und zwar, indem man ehrlich und offen zu sich selbst und anderen bleibt.
Ob ich das schaffe, wird sich zeigen
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